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Akademische Freiheit

Qui tacet, consentire videtur

Kategorie

Freiheit des Studiums

♪♫♪ Wissenschaftsmarsch ♪♫♪

wissenschaft

Am kommenden Sonnabend (22. April 2017) wird weltweit zum sogenannten „March for Science“ aufgerufen. Ihren Ursprung haben diese Demonstrationen in den USA als Reaktion auf Aussagen von Präsident Trump (Stichwort: „alternative facts“). Motto:

Science, not silence (Wissenschaft nicht Schweigen)

Wissenschaftsfreiheit! Akademische Freiheit! Wissenschaft statt Ideologie/Idiotie! Im Grund genommen könnte man es mit diesem Hinweis bewenden lassen und schlicht dazu aufrufen: Hin da!!!11!elf!1!

Gleichwohl möchten wir zumindest kurz und stichpunktartig auf die Kritik am Marsch hinweisen.

  • Von etlichen Kritikern wird angeführt, daß eine elitäre Demonstration für eigentliche Banalitäten (Fakt schlägt Fake) die Kluft zwischen Wissenschaftswelt und Kritikern/Skeptikern eher vergrößert als verringert.
  • Die Gegenüberstellung von echten und alternativen Fakten greift zu kurz. Fakten sind in der Wissenschaft eher rar und oft nur ein kleiner Teil komplizierter Zusammenhänge. Natürlich sind Fakten, wie das Wort schon sagt, nicht verhandelbar. Anders verhält es sich mit Annahmen, Hypothesen und Theorien. Diese dürfen, sollten und müssen oft sogar in Frage gestellt werden.
  • Durch die Verknüpfung mit dem internationalen Earth Day werfen einige Kritiker den Initiatoren des March for science eine Überbetonung der moralischen zulasten der sachlichen Ebene vor. Diese Strategie der Moralisierung wird sonst der populären Seite vorgeworfen.
  • Die Fokussierung auf #Trump lenkt von anderen, viel evidenteren Problemen ab. Wieso prangert man zum Beispiel nicht die ideologische Beeinflussung an deutschen Hochschulen an? Warum zeigte man sich nicht ebenso deutlich solidarisch als Studenten und Dozenten in Hongkong, Moskau oder Istanbul für ihre Freiheiten demonstrierten?
  • Als weiterer Kritikpunkt ist die Selbstüberhöhung in der öffentlichen Selbstdarstellung anzuführen. Die Selbstdarstellung, man sei – anders als politische Akteure – letztlich fähig, abschließend wahr und unwahr zu unterscheiden, mag für eng begrenzte wissenschaftliche Fragestellungen überzeugen. Im Bereich der normativen politischen Urteile hingegen sollte jeder seriöse Wissenschaftler Zurückhaltung üben und die Grenzen seiner Methodik benennen. Die Selbstüberschätzung, bis in die Sphäre der Politik mit wissenschaftlicher Objektivität wahr und unwahr trennen zu können, wird in der öffentlichen Wahrnehmung niemanden überzeugen. Mittelfristig könnte diese Anmaßung sogar der Glaubwürdigkeit wissenschaftlicher Erkenntnisse in solchen Bereichen schaden, in denen sie tatsächlich erlangt werden können. Dieser Glaubwürdigkeitsverlust könnte eine ungewollte und nicht wünschenswerte Folge des Wissenschaftsmarsches sein.
  • Zuguterletzt sollten sich die Initiatoren etwas skeptischer mit der von ihnen benutzten Symbolik befassen. Insbesondere die amerikanische March-Bewegung läßt eine gewisse Sympathie mit linken bzw. linksradikalen Symbolen erkennen. Die propagierte politische Neutralität bleibt da rein optisch auf der Strecke. Merke: Wissenschaft ist KEINE Meinung!

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die hochschule } Kernwert Akademische Freiheit

hochschule

Die Zeit­schrift „die hoch­schule“ sieht sich seit 2002 als Plattform für Debatten rund um Hoch­schul­-,  Wissenschafts- und Bildungs­forschung. Sie wird herausgegeben vom Institut für Hochschulforschung (HoF) Halle-Wittenberg. HoF ist derzeit das einzige Institut, welches sich schwerpunktmäßig in den „neuen“ Bundesländern in der Hochschulforschung betätigt. Das Journal sieht sich in der Tradition der kurz nach der Wende erstmalig erschienenen Zeitschrift „hoch­schule ost“.

Die kürzlich erschienene Ausgabe wird wie folgt vorgestellt:

Akademische Freiheit gehört zu den ‚core values‘ von Hochschulen. Sie bildet einen zentralen berufsethischen Referenzpunkt in Forschung, Lehre und Studium. Da die akademische Freiheit jedoch nicht immer umfassend gelten kann und in komplexen Situationen oftmals strapaziert werden muss, bleibt sie stets in der Diskussion: Trotz langer Tradition ist sie in der konkreten Auslegung umstritten – und wird immer wieder als bedroht erlebt. Dies gilt nicht zuletzt im Kontext des Bologna-Prozesses, bei Fragen der Finanzierung oder der institutionellen und inneren Unabhängigkeit. Diesem Spannungsfeld widmet sich die aktuelle Ausgabe der „hochschule“.“

Akademische Freiheit gilt nicht absolut, ist aber bedeutsamer Referenzpunkt akademischer Tätigkeit. Dies dokumentieren die Beiträge des Themenschwerpunkts: Weiterlesen „die hochschule } Kernwert Akademische Freiheit“

Freie Universität } Veritas, Iustitia, Libertas

2005-02-06_freie_universitat_berlin_-_siegel_-_bearbeitetGerade jährt sich die Gründungsfeier der Freien Universität (FU) Berlin zum 68. mal. Dieser Gründung gingen einige Jahre der Repession und Unfreiheit voraus. Seit der Aufnahme des Lehrbetriebes an der einstigen Berliner Universität (seit 1949 Humboldt-Universität)  im Jahr 1946 kam es zu zahlreichen Festnahmen und Verurteilungen von Studenten und Dozenten die der kommunistischten Einflussnahme im Wege standen. Neben der akademischen war also selbst die individuelle Freiheit in Gefahr.

„Es geht um die Errichtung einer freien Universität, die der Wahrheit um ihrer selbst willen dient. Jeder Studierende soll wissen, dass er sich dort im Sinne echter Demokratie frei zur Persönlichkeit entfalten kann und nicht zum Objekt einseitiger Propaganda wird.“ (aus dem Gründungsaufruf vom 23.7.1948) Weiterlesen „Freie Universität } Veritas, Iustitia, Libertas“

Narrenmatt im Welfengarten

narrenmatt

Am 16. November 2016 tagte in Raum E 415 die Studentische Vollversammlung (VV) der Leibniz Universität Hannover (LUH) zu einem inoffiziellen Turboschachturnier, welches sich vorzüglich aus dem Turnierprotokoll rekapitulieren läßt.

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Weißer Bauer von f2 auf f3

Zwei Studenten sahen das Unheil kommen und beantragten ein ausnahmsloses Schachverbot auf dem Gelände der Universität Hannover. Dieses wurde ihrerseits hieb- und stichfest (zwölffach) begründet.

bauersSchwarzer Bauer von e7 auf e6

Team Schwarz kontert mit einem Antrag auf Verschiebung des Wichsverbot-Antrages nach vorne da „Verbindungsstudent*innen würden ja VV verlassen – was zu begrüßen wäre“ sowie den Aufschub des Schachverbot-Antrages nach hinten, da über diesen Antrag seitens der Sitzungsleitung schon einstimmig entschieden wurde. Weiterlesen „Narrenmatt im Welfengarten“

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