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Akademische Freiheit

Qui tacet, consentire videtur

Kategorie

Unfreiheit des Studiums

IKUWO } Interkulturelle Begegnung in Greifswald

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Am vorletzten Wochenende kam es in Greifswald im Verlauf der Aftershowparty des alljährlichen „Festival contre le racisme“ zu einem tätlichen Übergriff auf ein vorbeischlenderndes Pärchen. Nachrichten von derartiger Gewalt müssen wir leider allzuoft hören. Doch warum interessieren wir uns speziell für diesen Vorfall? Das besagte Festival war eine Veranstaltung des deutschen Dachverbandes der verfassten Studierendenschaften und des örtlichen AStAs. Ein weiterer akademischer Zusammenhang besteht darin, daß es sich beim Opfer um einen farbentragenden katholischen Verbindungsstudenten handelte und genau dies sogar Grund des Angriffs war.

Dem Greifswalder AStAs ist hoch anzurechnen, daß sich dieser nur wenige Tage nach dem Vorfall unmißverständlich (leider andererorts keine Selbstverständlichkeit) positionierte:

Wir bedauern, dass unser Festival contre le racisme durch einen Vorfall in der Nacht von Samstag zu Sonntag im Rahmen der Aftershow-Party im IKuWo (Internationales Kultur- und Wohnprojekt) gestört wurde. Der AStA (Allgemeiner Studierendenausschuss) engagiert sich für eine gewaltfreie, offene und tolerante Gesellschaft und spricht sich gegen jegliche politisch, religiös oder anderweitig motivierte Gewalt aus.
Wir distanzieren uns von diesem Vorfall und sind bereit die Aufklärung der Vorkommnisse zu unterstützen.

(Quelle: https://www.facebook.com/AStA.Greifswald)

Mal abgesehen vom Gewaltakt und dem Verhalten gegenüber den Ermittlungsbehörden, läßt auch die offensichtlich ideologische Symbolik des Festes und des Veranstaltungsortes Zweifel aufkommen, ob hierfür auch zukünftig gemeinnützige und fürs studentische Zusammenleben (!) vorgesehene Gelder genutzt werden sollten.

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Uns ist der Hang zu ideologischen Symbolen wie dem Roten Stern schon an anderer Stelle aufgefallen. Wir hatten dies damals nur kurz kommentiert:

„Doch auch bei anderen fzs-Kampagnen wie dem Festival Contre le racisme kommt man ohne Sterne nicht aus.“

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Jahresrückblick 2017

2017

In wenigen Tagen geht unser erstes vollständiges Blogjahr zu Ende. Der Vergleich mit dem Vorjahr hinkt ein wenig, da erst seit Ende 2016 Artikel veröffentlicht wurden. Aber rein visuell sieht es wenigstens nach einem steilen Anstieg der Besuche aus. 😉

War letztes Jahr der Artikel „Narrenmatt im Welfengarten“ am beliebtesten, so wurden dieses Jahr die folgenden Artikel am häufigsten angeklickt: Weiterlesen „Jahresrückblick 2017“

Uni HH } Die Toleranz der Anderen

fistVor wenigen Tagen wurde während der Sitzungspause des Studierendenparlaments (Stupa) der Hamburger Universität ein Vertreter des Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) von einer Gruppe Vermummter bedroht und angegriffen. Infolge von Tritten und Schlägen fiel der Studentenvertreter über eine Stuhlreihe und zog sich zahlreiche Verletzungen zu. Die Täter flohen über das sogenannte Cafe Knallhart, einer seit mehreren Jahrzehnten besetzten Räumlichkeit der Universität. Grund für diese Gewalttat war die angebliche Mitgliedschaft in einer Burschenschaft. Das Opfer ist tatsächlich in einer Studentenverbindung aktiv, gleichwohl in einem dem Toleranzprinzip verpflichteten Corps. Dort kann man erfahren:

Toleranzprinzip heißt, dass wir unsere Mitglieder unabhängig von Konfession, Ethnie oder akademischer Prägung bei uns aufnehmen. Dieses Toleranzprinzip schätzen und leben wir besonders.

Außerdem sind Corps unpolitisch, d.h. das Corps bevormundet Mitglieder nicht in parteipolitischen Angelegenheiten. Solange die Meinungen nicht ins eine oder andere Extrem gehen und der demokratischen Grundordnung nicht entgegenlaufen ist bei uns jeder Willkommen.

Wer eine unmißverständliche Distanzierung seitens der anderen Studentenparlamentarier erwartete, wurde von der Erklärung der Hochschulgruppe CampusGrün bitter enttäuscht. Was hat Laura, Svenja und Melf nur geritten, eine Art Rechtfertigung statt einer glaubhaften Distanzierung zu veröffentlichen? Wenn man ihren Worten Glauben schenkt, so waren sie nicht minder darüber erschreckt, daß die Sitzung nach dem Vorfall nicht mehr beschlußfähig war. Böse Zungen könnten vermuten, man würde auch zukünftig Stimmenverhältnisse in den Pausen oder schon vor den Sitzungen durch ein Klima der Angst und durch tatsächliche Bedrohung (Stichwort: Strukturelle Gewalt) korrigieren. Weiterlesen „Uni HH } Die Toleranz der Anderen“

Regensburg } Bunte gegen Farben

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Ende Januar tagte in Regensburg der Studentische Konvent zur ersten öffentlichen Sitzung des Jahres. Dieses Treffen war außergewöhnlich bunt (nun sagen wir lieber) farbenfroh besucht. Im Publikum saßen zahlreiche Studenten und Studentinnen in Couleur, also in den Farben ihrer jeweiligen Studentenverbindung. Grund für dieses Farbbekenntnis war ein Tagungsordnungspunkt auf der Agenda, mit dem Ziel den Studentenverbindungen jegliche Werbemöglichkeiten an der Universität zu nehmen.

„Der Konvent möge beschließen, dass die Studierendenvertretung sich gegen Studenten- und Studentinnenverbindungen positioniert, ihnen folglich keine Werbeflächen wie Pinnwände oder Informationsstände zur Verfügung stellt, und über sie aufklärt“ (Antrag Bunte Liste)

Dieser Antrag der Bunten Liste (BL) wurde im Zuge der Diskussion entschärft und trotz der Gegenstimmen von Gästen und anderen Konventmitgliedern nach längerer Debatte angenommen.

Selbst der Vertreter der sonst nicht allzu ernsten Hochschulgruppe Die PARTEI sah sich genötigt kurzzeitig aus der Rolle des Satirikers herauszutreten. Die Vertreter von RCDS und Die PARTEI veröffentlichten daraufhin eine gemeinsame Pressemitteilung in der es unter anderem heißt:

„Statt Ausgrenzung und Verdrängung zu betreiben plädieren wir für einen offenen Dialog und konstruktive Debatten, insbesondere bei streitbaren politischen Themen.“ (PM RCDS/Die PARTEI)
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Freie Universität } Veritas, Iustitia, Libertas

2005-02-06_freie_universitat_berlin_-_siegel_-_bearbeitetGerade jährt sich die Gründungsfeier der Freien Universität (FU) Berlin zum 68. mal. Dieser Gründung gingen einige Jahre der Repession und Unfreiheit voraus. Seit der Aufnahme des Lehrbetriebes an der einstigen Berliner Universität (seit 1949 Humboldt-Universität)  im Jahr 1946 kam es zu zahlreichen Festnahmen und Verurteilungen von Studenten und Dozenten die der kommunistischten Einflussnahme im Wege standen. Neben der akademischen war also selbst die individuelle Freiheit in Gefahr.

„Es geht um die Errichtung einer freien Universität, die der Wahrheit um ihrer selbst willen dient. Jeder Studierende soll wissen, dass er sich dort im Sinne echter Demokratie frei zur Persönlichkeit entfalten kann und nicht zum Objekt einseitiger Propaganda wird.“ (aus dem Gründungsaufruf vom 23.7.1948) Weiterlesen „Freie Universität } Veritas, Iustitia, Libertas“

Narrenmatt im Welfengarten

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Am 16. November 2016 tagte in Raum E 415 die Studentische Vollversammlung (VV) der Leibniz Universität Hannover (LUH) zu einem inoffiziellen Turboschachturnier, welches sich vorzüglich aus dem Turnierprotokoll rekapitulieren läßt.

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Weißer Bauer von f2 auf f3

Zwei Studenten sahen das Unheil kommen und beantragten ein ausnahmsloses Schachverbot auf dem Gelände der Universität Hannover. Dieses wurde ihrerseits hieb- und stichfest (zwölffach) begründet.

bauersSchwarzer Bauer von e7 auf e6

Team Schwarz kontert mit einem Antrag auf Verschiebung des Wichsverbot-Antrages nach vorne da „Verbindungsstudent*innen würden ja VV verlassen – was zu begrüßen wäre“ sowie den Aufschub des Schachverbot-Antrages nach hinten, da über diesen Antrag seitens der Sitzungsleitung schon einstimmig entschieden wurde. Weiterlesen „Narrenmatt im Welfengarten“

Mauerfall } Mauern bauen | Mauern überwinden

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Der 9. November 1989 gilt als der Tag des Mauerfalls in Berlin und der Beginn vom Ende der innerdeutschen Grenze. Seit dem 11. August 1961 bestand dieses Mauerwerk, welches nicht nur eine Stadt sondern eine ganze Nation, Familien, Freunde und Kommolitonen trennte. Zahlreiche Studentengruppen organisierten, insbesondere in den ersten Mauerjahren, Fluchthilfe zwischen Ost und West.

Bei Tunnelprojekten dem dem nach der Anzahl der Geflüchteten sogenannten „Tunnel 57“ beteiligten sich rund um Wolfgang Fuchs auch Studenten wie der spätere Astronaut und Burschenschafter Reinhard Furrer. Der VDSt  Berlin  fungierte als eine Art Vermittlungsstelle für Fluchthelfer in Berlin. Aktive der Deutschen Gildenschaft nutzen länderübergreifende Beziehungen zwischen Berlin und Wien, um mit Dokumenten die Flucht zu ermöglichen. Der Fluchthelfer Volker G. Heinz sicherte seine Aktivitäten als Fluchthelfer, über prominente Mitglieder seines Corps in Heidelberg ab. Weiterlesen „Mauerfall } Mauern bauen | Mauern überwinden“

Initiative für Toleranz und Zivilengagement

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Seit dem Jahr 2002 zählt die Seite „Initiative für Toleranz und Zivilengagement“ Aktionen gegen Verbindungsstudenten auf. Für aktuelle und herausragende Fälle werden wir zukünftig auf diese Seite oder die direkte Quelle verweisen. In einer Selbstdarstellung auf der Seite heißt es:

Die Initiative für Toleranz und Zivilengagement engagiert sich gegen politischen Extremismus. Wir wollen auf extremistische Gewalt gegen Sachen und Menschen hinweisen, um so die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf kaum beachtete Straftaten zu lenken. Weiterlesen „Initiative für Toleranz und Zivilengagement“

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